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Anna Bajko - einer Osteopathin, die sich auf Pferde spezialisiert hat

Veröffentlicht: 25.04.2018 17:16:48 Kategorien: Anleitungen Rss feed , Produkte Rss feed

Anna Bajko

Ich mache gerne etwas, das Sinn macht ...

Equishop: Was war der Grund, warum du dich angefangen hast, für Osteopathie zu interessieren?

Anna Bajko: Ich habe schon immer Pferde geliebt und bin geritten. Ich habe an Dressurwettbewerben auf Ponys und Großpferden bis zum Jugendalter teilgenommen. Manchmal gab es Situationen, in denen ich bemerkte, dass die Pferde etwas störte. Sie verhalten sich nicht so, wie es ihre natürlichen motorischen Fähigkeiten erlauben würden. Dann hatte ich eine Pause.
Nach dem Studium - ich habe Pharmazie abgeschlossen - bin ich zum Reiten zurückgekehrt. Dann kamen die Probleme mit meinem Rücken. Ein Osteopath hat sie eben gelöst.

Ich wollte mein Leben eng mit Pferden verbinden und hier kam eine neue Idee, meine Pferdeliebe mit dem Berufsleben zu verbinden.

Equishop: Wie könntest du uns das Konzept der Osteopathie in wenigen Sätzen beschreiben? Mit eigenen Worten, aus der Erfahrungen heraus.

Anna Bajko: Erstens - Selbstheilungskräfte des Körpers, Wiederherstellung der Homöostase. Gleichgewicht in jeder Hinsicht. Gesundheitliche Probleme zeigen sich auf sehr unterschiedliche Weise. Meine Aufgabe ist es, die Bewegung des Pferdes in Einklang mit seiner Biomechanik zu bringen – so dass keine Blockaden erscheinen, die bewirken, dass das Pferd nicht in der Lage ist sein Potenzial voll zu nutzen.

Equishop: Wann wird ein Osteopath benötigt?

Anna Bajko: Sportpferde haben es sich verdient! (ein Lachen)
Jetzt aber ernsthaft, es ist sehr wichtig, dass keine schädlichen Überlastungen auftreten. Die Anspannungen überlappen sich und dadurch treten Verletzungen auf. Dann bleiben nur noch der Besuch eines Tierarztes und die Behandlung.

Deshalb betone ich – sehr wichtig sind Prävention und Kontrolle von Pferden, die Belastungen, Training ausgesetzt sind und Regeneration, sowie die Beseitigung von Blockaden und Anspannungen.

Sicherlich ist ein Osteopath Besuch erforderlich, wenn der Pferdebesitzer bemerkt, dass etwas nicht stimmt. Er spürt, dass sich etwas verändert hat – z.B. das Pferd war besser im Gehen nach links und plötzlich ist es besser nach rechts und die linke Seite ist definitiv schlechter. Er bemerkt, dass etwas nicht wie gewöhnlich funktioniert.
Trotz guter Pferdepflege und aufrichtiger Bemühungen erlebe ich oft Unwissenheit und Unbewusstheit der Pferdehalter. Um diesem vorzubeugen und entgegenzutreten, wird es bald Kurse geben, auf denen Menschen, die mit Pferden verbunden sind, ihr Wissen erweitern und viele Sachen lernen können. Ich hoffe, dass die Arbeit und das Funktionieren von Pferden neu beleuchtet werden.

Equishop: Du hast viel Zeit im Ausland verbracht. Was ist der Unterschied zwischen der Vorgehensweise bei osteopathischen Behandlungen in Deutschland und Polen?

Anna Bajko: Osteopathie ist in Deutschland definitiv viel bekannter. Ich hatte ein wenig Angst davor, wie sie in Polen angenommen wird. Ich glaube, dass sie sehr gut aufgenommen wurde. Es stellte sich heraus, dass die Leute sehr offen waren und sich auf das Wohl des Pferdes konzentrierten. Die meisten Pferde, mit denen ich mich beschäftige, sind Sportpferde, startende Pferde. Es sind wertvolle Tiere. Daraus kommt auch, dass ich mehr solcher Kunden habe, weil diese Pferde schweren Belastungen ausgesetzt sind (Trainings, Starts). Aber ich habe auch viele Stammkunden, die oft nicht einmal ihre Pferde reiten, sondern sie einfach nur lieben und sich um sie kümmern.
Sehr oft scheint mir, dass Osteopathie nicht ganz von einer Massage unterschieden wird. Das Wichtigste für meine Kunden ist der sichtbare Effekt. Es ist ein völlig eigenständiges Feld und man kann es nicht für eine Massage halten. Es kommt oft vor, dass Menschen eine "Massage" ihres Pferdes wollen und erst während der Behandlung den Unterschied sehen. Jene Besitzer von Pferden, die nicht starten, sowie diejenigen, die nur "zu Hause" sind - sie gehen nur auf die Weide und arbeiten nicht, behandeln meinen Besuch, sowie man das in Deutschland macht. Kurz gesagt, einen Schritt vor dem Tierarzt.

Wenn das Pferd steif, unrein, sogar leicht humpelnd ist (meist am Hinterbein), stellt sich oft heraus, dass dies das Ergebnis von Beckenrotations- oder Querschnittsproblemen ist. Ich kann es korrigieren und die Besitzer sehen, dass das Pferd zu hinken aufhört. Das ist super und es scheint mir, dass die Leute dadurch angefangen haben, daran zu glauben. Solche Sachen überzeugen sie. Wenn ich sage, dass sich das Pferd "besser bewegt und mehr den Rücken benutzt", wird es vom Besitzer nicht immer wahrgenommen. Vor allem, wenn es eine Person ist, die nicht reitet. Wenn wir eine Situation haben, in der das Pferd humpelt, nicht im Parkour auf eine Seite dreht oder nicht auf einem bestimmten Bein landet, macht es das nicht mit schlechtem Willen. Es stellt sich dann heraus, dass sie blockiert, gestoppt sind. Der Unterschied ist im Grunde, dass die Menschen in Polen das erst lernen müssen, aber ich denke, dass alles auf dem richtigen Weg ist. Ich bin angenehm überrascht, dass die Osteopathie bei uns so gut angenommen wird.

Anna Bajko

Equishop: Welche Fälle magst du am liebsten?

Anna Bajko: Meine Lieblingsfälle sind, wenn wir einen schnellen Effekt haben, z.B. das Hinken verschwindet. Oft nach einer frischen Verletzung (Beckenverschiebung, usw.) hört das Pferd sofort auf zu humpeln und das ist toll.

Wenn eine gemachte Aufgabe, Massage oder Streching einen Effekt gibt.

Ich liebe Fohlen (ein Lachen :D). Es gab Fälle von Verletzungen, wie ein Stoß beim Verlassen der Box. Es war mit einer Beckenrotation verbunden. Es gelang mir das zu korrigieren, Anspannung zu lockern und das Pferdchen hörte auf zu humpeln.

Ein anderer Fall - ein großes Fohlen von einer kleinen Mutter, wurde angespannt, zusammengekrampft geboren. Ich arbeitete mit ihm mit sanften Methoden. Man weiß, dass man keine starken Manipulationen an einem jungen Körper anwendet. Ich zeigte, wie man mit ihm üben sollte und er wurde elastisch und kam schnell wieder in Form.

Equishop: Was würdest du als deinen Erfolg bezeichnen?

Anna Bajko: Ich denke, mein größter Erfolg ist, dass ich nie Werbung machen musste. Jeder meiner Kunden ist auf Empfehlung. Ich musste nie Anzeigen aufstellen. Ich habe nur ein Konto auf Facebook und Instagram, aber nicht sehr intensiv. Jetzt fange ich gerade an, z.B. mit Preissponsoring bei Wettbewerben, ich beginne "Marketingsachen" zu machen. Ich brauche keine Werbung im wörtlichen Sinne.

Anna Bajko

Equishop: Bringt dir eine Pferdesportdisziplin besonders viele Kunden?

Anna Bajko: Ich habe mehr Pferde vom Springen. Wahrscheinlich, weil Menschen innerhalb ihrer Disziplin sich ziemlich hermetisch Informationen übermitteln. Ich fahre auch in große Dressurställe, daher tauchen auch Pferde aus dieser Disziplin auf. Es glaube, dass Pferde aus diesen beiden Disziplinen vergleichbaren Belastungen ausgesetzt sind. Es ist nicht einfach, die Anstrengung eines Springpferdes auf dem Parkour mit großer Konzentration und Sammlung eines Dressurpferdes auf dem Platz zu vergleichen. Bei einem Springpferd ist es leichter, Symptome zu erkennen, zum Beispiel es springt mehr zum rechten Ständer. Bei Dressurpferden dauert es oft länger, bis man das Problem feststellen kann. Man überarbeitet Mängel, ich kenne das aus meiner eigenen Sporterfahrung.

Es gibt so viele Arten von Pferden, von Leistungspferden, über Freizeitpferde bis hin zu den sogenannten Begleitern.

Equishop: Wie sehen deine Arbeit die Tierärzte?

Anna Bajko: Sehr positiv! Ich bin angenehm überrascht von dieser Situation, weil es nicht so leicht ist, die goldene Mitte zu finden.
Ich bin darüber sehr glücklich, weil ich in meinen Ansichten auch nicht zu radikal bin. Ich bin nicht nur über natürliche Methoden ausgerichtet. Den besten Effekt bringt eine ausgewogene Zusammenarbeit. Ich bin auch eine Apothekerin und denke, dass Arzneien notwendig sind, und man muss am entsprechenden Ort und Stelle Medizin verwenden. Man sollte sich nicht nur an sanfte Methoden wie Osteopathie oder Massage halten, sondern nach Bedarf handeln.

Ich kenne ein paar Tierärzte in Polen, mit denen ich gut zusammenarbeite, die ich immer anrufen kann, wenn meine Rolle beendet ist. Das funktioniert auch andersrum - Kunden rufen auf Empfehlung eines Arztes an, weil ein Pferd einen Osteopathen und keinen Tierarzt braucht. Das Pferd und der Reiter profitieren am meisten aus einer solchen Zusammenarbeit. Das Wohl des Pferdes ist am wichtigsten.


Anna Bajko

Equishop: Was sind die größten Vor- und Nachteile deiner Arbeit?

Anna Bajko: Pros - ich liebe Pferde und wenn ich Kontakt mit ihnen habe, fühle ich mich, als würde ich nicht arbeiten. Dass ich ihnen helfen kann. Wenn ich sehe, wie angenehm es ihnen ist, wenn sie zuerst angespannt sind, und es ihnen dann eindeutig besser geht. Bei jedem weiteren Besuch mögen sie mich immer mehr. Am Anfang sind sie ein wenig überrascht. Sachen, die ich mache, erscheinen ihnen fremd und stressig. Dann beginnen sie zu verstehen, dass ich es nur gut mit ihnen meine. Ich mache gerne etwas, das Sinn macht. Ich habe keine negativen Rückmeldungen erhalten.

Der einzige Nachteil, den ich bisher in meiner Arbeit gesehen habe, ist, dass Polen so groß ist (lacht) und ich muss so viel reisen. Ich hoffe, dass wenn ich meine Pläne mit dem Umzug nach Warschau umsetzen werde, es etwas besser sein wird. Ich werde dann mehr im Zentrum wohnen. Dieses Reisen ist am schlimmsten...

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